{"id":209,"date":"2019-08-08T00:36:18","date_gmt":"2019-08-07T22:36:18","guid":{"rendered":"http:\/\/sehr.org\/?p=209"},"modified":"2019-08-08T00:51:57","modified_gmt":"2019-08-07T22:51:57","slug":"die-nachteile-eines-busnachfolgeverkehrs-am-beispiel-des-schweinbarther-kreuzes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sehr.org\/?p=209","title":{"rendered":"Die Nachteile eines Busnachfolgeverkehrs am Beispiel des Schweinbarther Kreuzes"},"content":{"rendered":"\n<p>Ich bin Anrainer des sogenannten Schweinbarther Kreuzes. So wird in j\u00fcngster Zeit der noch bestehende Rest des Nebenbahnnetzes im n\u00f6rdlichen Weinviertel genannt, der sich aus den Lokalbahnen Stammersdorf &#8211; Dobermannsdorf, sowie G\u00e4nserndorf &#8211; Mistelbach zusammensetzt. Freilich wird dieses Gesamtnetz seit 1988 nicht mehr betrieben, es besteht lediglich ein Restverkehr zwischen G\u00e4nserndorf und Obersdorf, sowie eine Stichstrecke nach Bad Pirawarth. Noch.<\/p>\n\n\n\n<p>2019 beschlossen die Verantwortlichen (Politik, \u00d6BB, VOR), die Bahnstrecke still zu legen und durch Autobusse zu ersetzen. Abgesehen davon, dass dies die von der Politik ausgegebenen Parole &#8222;Verkehr von der Stra\u00dfe auf die Schiene verlagern&#8220; genau ins Gegenteil verkehrt, werden allein die im Jahr 2018 get\u00e4tigten Investitionen in die Strecke (zB. zwei neue Bahnschrankenanlagen) ad Absurdum gef\u00fchrt. In Zeiten des Klimawandels und der angestrebten Verkehrswende ist so eine Politik nicht mehr nachvollziehbar, es wird wieder einmal ein Busnachfolgeverkehr als innovativ angepriesen, obwohl das eigentlich die Politik der 1960er-Jahre darstellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Abgesehen davon, dass diese Schienenersatzverkehre noch bei keiner eingestellten Bahnstrecke mehr Fahrg\u00e4ste gebracht haben, wird dieser im n\u00f6rdlichen Weinviertel auch noch so dilettantisch umgesetzt, dass zu erwarten ist, dass es in kurzer Zeit \u00fcberhaupt keine \u00f6ffentlich fahrenden Fahrg\u00e4ste in der Region mehr geben wird. Eine Erkl\u00e4rung hierf\u00fcr erscheint in einem gesonderten Artikel.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Nachteile<\/h3>\n\n\n\n<p>Buslinien haben gegen\u00fcber den Bahnlinien immer den Nachteil, dass sie von vielen Fahrgastgruppen nicht gerne genutzt werden. Es wird immer wieder vom sogenannten Schienenbonus gesprochen. Dieser besagt, dass ein Zug am Gleis fahren muss und es somit f\u00fcr den Fahrgast besser nachvollziehbar ist, wohin man kommt. Bei den Buslinien ist das schon weitaus komplizierter. So fahren Busse mit dem Ziel &#8222;G\u00e4nserndorf&#8220; beispielsweise einmal \u00fcber Sch\u00f6nkirchen-Reyersdorf, andererseits mal \u00fcber Prottes oder sie nehmen \u00fcberhaupt die &#8222;romantische&#8220; Tour \u00fcber Auersthal. Ein Bus f\u00e4hrt vom Hauptplatz weg, der n\u00e4chste von der Schule. Der Dritte h\u00e4lt im Bereich der Schule bei einer anderen Haltestelle als alle anderen Busse und der Vierte l\u00e4sst bei der Schule Fahrg\u00e4ste an einer Stelle aus- und einsteigen, an der sich \u00fcberhaupt keine Haltestelle befindet! Da l\u00e4uft man durchaus Gefahr, nicht ans richtige Ziel zu gelangen. Abgesehen davon, dass sich die Fahrgastinformation am Fahrzeug meist auf ein Zielschild &#8222;G\u00e4nserndorf&#8220; beschr\u00e4nkt, es im Fahrzeug aber weder Lautsprecheransagen, noch einen Plan oder einen Bildschirm der folgenden Haltestellen gibt &#8211; und wenn doch, wird er nicht benutzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Lokf\u00fchrer der Triebwagen sagen jede Haltestelle an.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Erfahrung zeigt auch, dass ein zentraler Bahnhof von den meisten Fahrg\u00e4sten leicht gefunden werden kann, jedoch die verstreuten Bushaltestellen im Ort eher nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Anrainer nannten aber noch weitere, nicht zu verachtende Nachteile, denen von den Verantwortlichen aber eher wenig Beachtung geschenkt wurden:<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Fehlende Parkm\u00f6glichkeiten<\/h4>\n\n\n\n<p>Im Bereich von Bahnh\u00f6fen ist oft Platz vorhanden. So bieten die Umgebungsbereiche der Bahnh\u00f6fe einige Abstellpl\u00e4tze f\u00fcr PKW und Fahrr\u00e4der, damit auch Personen, die nicht im nahen Einzugsgebiet des Bahnhofs zu diesem zufahren, ihr Privatfahrzeug dort abstellen und mit der Bahn weiterreisen k\u00f6nnen. Eine Bushaltestelle bietet das nicht an. Meist wird einfach ein Gr\u00fcnstreifen mit Asphalt versiegelt und das war&#8217;s. Kein Fahrradparkplatz, keine KFZ-Abstellm\u00f6glichkeiten.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Keine Fahrradmitnahme<\/h4>\n\n\n\n<p>Das n\u00f6rdliche Weinviertel ist mit seinen vielen asphaltierten Radwegen ein beliebtes Ausflugsziel. Neben dem \u00d6MV-Erlebnisradweg, gibt es da noch einige andere Radwege, die viele Radfahrer im Wein- und \u00d6lland anziehen. Der Traminer- und der Muskateller-Radweg sind hierf\u00fcr stellvertretend genannt. W\u00e4hrend man in den \u00d6BB-Z\u00fcgen Fahrr\u00e4der gegen Aufpreis mitnehmen kann, wird das in den Bussen des Ersatzkonzeptes nicht mehr m\u00f6glich sein.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Versp\u00e4tungen, P\u00fcnktlichkeit<\/h4>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend das Schweinbarther Kreuzes im Gegensatz zu den umgebenden Bahnlinien wie Nordbahn und Laaer Ostbahn zu einer der p\u00fcnktlichsten Bahnlinien \u00d6sterreichs z\u00e4hlt, sieht es bei den Bussen eher schlecht aus. Das kann man schon jetzt erleben, es gibt ja bereits jetzt ein Buserg\u00e4nzungsnetz im n\u00f6rdlichen Weinviertel &#8211; auch &#8222;Lufttransporte&#8220; genannt, weil kaum jemand mit f\u00e4hrt. Und diese Busse kommen nie p\u00fcnktlich. Versp\u00e4tungen zwischen 2 und 7 Minuten sind die Regel &#8211; und manchmal kommen sie auch zwei Minuten zu fr\u00fch! Nun sind die Fahrpl\u00e4ne aber meist so gestaltet, dass man am Bahnknotenpunkt genau zwei Minuten Zeit hat, um umzusteigen. Abgesehen davon, dass das f\u00fcr Personen, die die Aufz\u00fcge benutzen m\u00fcssen, kaum zu schaffen ist, wird das Angebot schon allein dadurch unben\u00fctzbar, wenn der Zubringerbus am Abfahrtsort bereits f\u00fcnf Minuten Versp\u00e4tung aufweist und man somit beispielsweise in G\u00e4nserndorf gar nicht in den Zug umsteigen kann, da dieser bereits seit 3 Minuten weg ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Gibt es auf diesen Buslinien dann noch andere Besonderheiten, die das Fahrzeug ausbremsen, wie Traktoren, LKW, langsame Autofahrer, rote Ampeln, baustellen- oder veranstaltungsbedingte Umleitungen &#8211; oder es steigen bei mehreren Haltestellen tats\u00e4chlich Personen ein, die einen Fahrschein kaufen wollen &#8211; klettern die Versp\u00e4tungen immer weiter nach oben.<\/p>\n\n\n\n<p>Das hei\u00dft, man sollte sp\u00e4testens 5 Minuten vor der Abfahrtszeit bei der Bushaltestelle sein, falls der Bus nicht doch mal zu fr\u00fch kommt. Andererseits muss man dann erst recht l\u00e4nger warten, weil er dann erst recht 5 Minuten zu sp\u00e4t kommt. Die Bahn f\u00e4hrt nie zu fr\u00fch von den Bahnh\u00f6fen ab.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Weitere Nachteile<\/h2>\n\n\n\n<p>Doch das sind nur die offensichtlichen Nachteile. Doch haben die Verantwortlichen schon mal an folgende Punkte gedacht?<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Keine Fahrgastinformation<\/h4>\n\n\n\n<p>Es wird schlicht und ergreifend keine Fahrgastinformation geben. W\u00e4hrend man beim Bahnbetrieb auf dem Handy mit diversesten Apps oder am PC Livedaten abfragen kann, aus denen hervorgeht, ob ein Zug eine Versp\u00e4tung aufweist oder dieser ausf\u00e4llt, gibt es das bei den Bussen im Verkehrsverbund Ostregion fast generell nicht &#8211; au\u00dfer bei ein paar wenigen durch die \u00d6BB gef\u00fchrten Buslinien. Das L\u00e4cherliche: Da der VOR selbst auf die Fahrplanauskunft \u00d6sterreich zugreift, kann man sich in der VOR-App die Livedaten der Zillertaler Verkehrsbetriebe anschauen, nicht aber jene der VOR-Linien, da existieren nur Soll-Fahrplandaten.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt keine Lautsprecher in den Haltestellen! W\u00e4hrend es an jeder Bahnstation des Schweinbarther Kreuzes einen Lautsprecher gibt, mit denen bei Versp\u00e4tungen oder Ausf\u00e4llen Informationen mithilfe von Durchsagen an die Fahrg\u00e4ste weitergegeben werden, damit diese sich orientieren k\u00f6nnen, wird es beim Busnachfolgeverkehr absolut nichts dergleichen geben. Keine Echtzeitdaten mittels Handy, keine Lautsprecherdurchsagen im St\u00f6rungsfall. Kommt ein Bus mal nicht oder sp\u00e4ter: Warten auf Godot.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Versteckte Preiserh\u00f6hung<\/h4>\n\n\n\n<p>Im Prinzip gilt der Verbundtarif. Inhaber einer \u00d6BB-Vorteilscard (und \u00c4hnliche) k\u00f6nnen bei Bahnlinien gro\u00dfz\u00fcgige Rabatte erhalten. Dies zahlt sich vor allem bei Einzelfahrten aus. Seitens des VOR zeigt man sich aber kulant, sodass man die Vorteilscard &#8211; und die \u00d6sterreichcard noch einige Zeit auf den Buslinien anerkennen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch dar\u00fcberhinaus? Bei meiner Reise nach Hamburg vor ein paar Jahren, galt mein Nachtzugticket zum Fixpreis direkt ab Matzen. Das wird es nicht mehr geben. Man wird sich ein Extraticket Matzen &#8211; G\u00e4nserndorf kaufen m\u00fcssen. Nationale oder internationale Fernreisen werden also jedenfalls teurer.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch der Kauf von Fahrscheinen wird teurer und komplizierter. In den jetzigen Zuggarnituren sind Fahrscheinautomaten aufgestellt, bei denen man bei Fahrtantritt auch Wochen- und Monatskarten kaufen &#8211; und diese auch mit Bankomat-, Debit- oder Kreditkarte bezahlen kann. Im Bus wird es das nicht geben. Beginnt man seine Reise, muss man zun\u00e4chst einen Einzelfahrschein zum n\u00e4chsten Bahnhof (in Bar!) kaufen, um sich dann dort &#8211; falls es die Umstiegszeit erlaubt &#8211; eine Wochen- oder Monatskarte kaufen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Keine Fahrgastrechte<\/h4>\n\n\n\n<p>Bei Bahnreisen erhalten fernreisende Fahrg\u00e4ste bei Versp\u00e4tungen ab einer Stunde eine Entsch\u00e4digung. Aber auch Pendler erhalten im Versp\u00e4tungsfall von den \u00d6BB eine Entsch\u00e4digung, soferne sie Inhaber von Jahreskarten sind und die P\u00fcnktlichkeit \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum einen gewissen Wert unterschreitet. Entf\u00e4llt der letzte Zug, m\u00fcssen vom Bahnbetreiber sogar \u00dcbernachtungs-, bzw. Taxikosten ersetzt werden. Die Verordnungen und Gesetze f\u00fcr die Rechte der Fahrg\u00e4ste sehen diese im Nahverkehr aber prinzipiell nur f\u00fcr die Fahrg\u00e4ste von Bahnlinien vor. Beim Bus gibt es das nicht. Kommt man durch Ausfall eines Buskurses eine Stunde sp\u00e4ter zuhause an, erh\u00e4lt man nichts. Auch gibt es niemanden, der im Anlassfall f\u00fcr das Ausstellen von Versp\u00e4tungsbest\u00e4tigungen f\u00fcr den Arbeitgeber zust\u00e4ndig ist.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Verschiedenes<\/h4>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend es auf jedem Bahnhof und in jedem Zug M\u00fclleimer gibt, ist die Aufstellung von Mistk\u00fcbeln bei Bushaltestellen Gemeindesache. Etliche Bushaltestellen bestehen lediglich aus einer Stange. Ohne M\u00fclleimer.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend es auf jedem Bahnhof die M\u00f6glichkeit gibt, sich vor dem Regen zu sch\u00fctzen, gibt es bei etlichen Bushaltestellen keinen wettergesch\u00fctzten Fahrgastunterstand. Etliche Bushaltestellen bestehen lediglich aus einer Stange.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend es auf jedem Bahnhof eine Sitzgelegenheit f\u00fcr wartende Fahrg\u00e4ste gibt, gibt es sie bei nur wenigen Bushaltestellen. Etliche Bushaltestellen bestehen lediglich aus einer Stange.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/sehr.org\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_20190802_154323-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-221\" srcset=\"https:\/\/sehr.org\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_20190802_154323-768x1024.jpg 768w, https:\/\/sehr.org\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_20190802_154323-225x300.jpg 225w, https:\/\/sehr.org\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_20190802_154323.jpg 793w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><figcaption>Die zuk\u00fcnftige Haltestelle Matzen Hofgartenstra\u00dfe, die den Bahnhof ersetzen soll. Einfach einen Gr\u00fcnstreifen mit Teer versiegelt. Kein Fahrgastunterstand, keine Sitzbank, kein Platz f\u00fcr Rollstuhlfahrer.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Fehlende Barrierefreiheit: Viele Bahnsteige am Schweinbarther Kreuz wurden im Laufe der Zeit auf &#8222;Norm&#8220; gebracht. Das hei\u00dft, w\u00fcrde man Niederflurz\u00fcge einsetzen, w\u00e4re die Barrierefreiheit gegeben. Der Zustand der Bushaltestellen am Land ist aber meistens als schlecht zu bewerten, auch neu errichtete Haltestellen entsprechen keinesfalls den Anforderungen f\u00fcr Rollstuhlfahrer oder Kinderwagenf\u00fchrer.<\/p>\n\n\n\n<p>A prop\u00f3s Kinderwagen: Autobusse sind zu meist nur f\u00fcr zwei Kinderwagen zugelassen. Was, wenn bereits zwei Kinderwagen im Bus sind? Bis zu einer Stunde Wartezeit auf den n\u00e4chsten?<\/p>\n\n\n\n<p>WC: Zwar sind bereits fast alle Bahnhofs-WCs am Schweinbarther Kreuz geschlossen, doch immerhin gibt es in den Z\u00fcgen ein WC. Die Busse und deren Haltestellen werden keine Toilettenanlagen aufweisen.<\/p>\n\n\n\n<p>Schnee: W\u00e4hrend Schnee und Eis im Bahnbetrieb eher kein Problem darstellen (au\u00dfer Extremereignisse), wird es spannend, was passiert, wenn die Busse die eisigen, nicht ger\u00e4umten Stra\u00dfen in der Fr\u00fch ben\u00fctzen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Externe Daten: Neben den fehlenden Echtzeitinfos gibt es scheinbar \u00fcberhaupt keine digitalen Daten \u00fcber diese Linien. Scheinen die Bahnlinien am Schweinbarther Kreuz auf Plattformen wie Google Maps und anderen \u00d6ffi-Navis auf, sind weder Fahrplan- noch Routendaten in diesen Systemen abrufbar. Als w\u00fcrden die Buslinien nicht existieren.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Vorteile! Vorteile?<\/h4>\n\n\n\n<p>Von der Politik und vom VOR werden auch einige Vorteile des Busses gegen\u00fcber der Bahn genannt. Wollen wir diese auch kurz beleuchten:<\/p>\n\n\n\n<p>Mehr Haltestellen: In einem Ort gibt es meist nur einen Bahnhof, man kann jedoch mehrere Bushaltestellen aufstellen und somit potentiell mehr Fahrg\u00e4ste erreichen und ist damit n\u00e4her am Kunden. Stimmt zwar prinzipiell aber auch nicht wirklich. Die Busse befahren ja weiterhin nur die Hauptstra\u00dfen, die Entfernung ist in den meisten F\u00e4llen die Gleiche oder sogar noch weiter, da sich die Orte mit ihren Bebauungspl\u00e4nen an der Bahn orientiert haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Abgesehen davon wurden erst im letzten Jahr im Ortsgebiet von G\u00e4nserndorf etliche Bushaltestellen aufgelassen, die Bahnstra\u00dfe (Einkaufsstra\u00dfe) ist seither \u00f6ffentlich nicht mehr erreichbar. Ziele wie die Gebietskrankenkasse wurden an den Ortsrand versetzt, an der die neue Buslinie 530 zwar vorbei fahren, jedoch keine Haltestelle haben wird. Einerseits viele Haltestellen als Vorteil anpreisen und andererseits viele Haltestellen auflassen? Interessant.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir stehen an der Schwelle zu einer neuen Art von Verkehr. Vielerorts werden selbstfahrende Minibusse getestet, darunter auch in Wien. Man k\u00f6nnte statt zahlreicher Stanglhaltestellen einen per App bestellbaren Bus in jeder Gemeinde zur Verf\u00fcgung stellen, die die Fahrg\u00e4ste abholen und im Ort zu den Zielen wie Arzt, Supermarkt und Bahnhof bringen k\u00f6nnten, somit w\u00e4re die letzte Meile \u00fcberhaupt zu 100 % abgedeckt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ultimatives Killerargument, das f\u00fcr den Autobus spricht<\/strong>: Aber das Argument, was auf den Publikationen des VOR am meisten ins Auge springt und immer wieder als Vorteil der Busse genannt wird ist: <strong>Kostenloses WLAN.<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>Es scheint so, als w\u00fcrde man kostenloses WLAN als vollst\u00e4ndigen Ersatz f\u00fcr die obgenannten Nachteile sehen. Witzig in einer Region, die zu 100 Prozent durch schnelles LTE-Netz ausgeleuchtet ist. Dass das Gratisinternet wirklich die Busse f\u00fcllen wird, ist wohl eher nicht anzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Abgesehen davon: Selbst die alten 5047-Triebwagen der \u00d6BB k\u00f6nnte man leicht mit WLAN ausstatten, da gibt es genug bahntaugliche Ger\u00e4te.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Ende des \u00f6ffentlichen Verkehrs?<\/h4>\n\n\n\n<p>All diese Nachteile sind Gr\u00fcnde, warum Busersatzverkehre f\u00fcr stillgelegte Bahnstrecken nicht funktionieren. Bahnfahrg\u00e4ste sind Besseres gewohnt und werden es wohl kaum akzeptieren, ums gleiche Geld weniger Service in Anspruch nehmen zu k\u00f6nnen. Der Verkehrsverbund Ostregion wird seinerseits aber kaum zu einer Ticketpreisminderung bereit sein. Das &#8211; und die schlechten Fahrpl\u00e4ne &#8211; werden wohl oder \u00fcbel daf\u00fcr sorgen, dass auch noch die letzten Fahrg\u00e4ste verschwinden werden.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-verse\">Stefan Schedl, Matzen im Weinviertel, 08.08.2019<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich bin Anrainer des sogenannten Schweinbarther Kreuzes. So wird in j\u00fcngster Zeit der noch bestehende Rest des Nebenbahnnetzes im n\u00f6rdlichen Weinviertel genannt, der sich aus den Lokalbahnen Stammersdorf &#8211; Dobermannsdorf, sowie G\u00e4nserndorf &#8211; Mistelbach zusammensetzt. 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