Schweinbarther Kreuz Verkehrspolitik

Falschinformation am Schweinbarther Kreuz? Linie 530.

Seit ein paar Wochen ist es so weit. An den Bahnhöfen der Bahnlinien des Schweinbarther Kreuzes hat der Verkehrsverbund Ostregion Aushänge anbringen lassen, die das Nachfolgebuskonzept bewerben sollen.

Auf den ersten Blick werden hier einige Verbesserungen angekündigt. Doch handelt es sich wirklich um Verbesserungen oder versucht man , die Bevölkerung mit Fehlinformationen zu beruhigen? Wir werden jeden einzelnen Punkt beleuchten.

Aushang am Bahnhof Matzen. Im Folgenden werden wir Wort für Wort, Punkt für Punkt überprüfen.

Beschreibender, grüner Text

Der Beschreibende Text des Aushangs lautet wie folgt:

Mit 2. September 2019 ersetzt ein umfangreiches, modernes und zukunftsweisendes Regionalbus-Angebot die Bahnlinien des Schweinbarther Kreuzes. Weitere Informationen finden Sie im Infoblatt „Neues Mobilitätskonzept in der Region Schweinbarther Kreuz“, welches im Bus oder beim Gemeindeamt aufliegt.

Quelle: Siehe Foto, Aushang am Bahnhof Matzen

„Mit 2. September 2019 ersetzt…“

Diese Information ist bereits falsch. Die Züge werden noch bis Dezember bis zum internationalen Fahrplanwechsel weiter fahren. Hier wird den Fahrgästen bewusst suggeriert, dass die Bahn ab 2. September nicht mehr fahren wird. Spricht man mit den Bahnfahrgästen, zeigen sie sich höchst verunsichert darüber, dass sie von einem Tag auf den anderen Bushaltestellen suchen müssen und nicht wissen, wie sie ihre Wege zurücklegen können.

„umfangreich“

Unserer Einschätzung nach handelt es sich bei den vorgelegten Fahrplänen um nichts weiter, als um einen Schienenersatzverkehr. Die zukünftige Buslinie 530 wird kein größeres Einzugsgebiet, als die bestehende Bahnstrecke aufweisen. Fahrgäste, die Groß Schweinbarth erreichen wollen, haben überhaupt das Nachsehen, da sie in Zukunft umsteigen werden müssen. Dass die Buslinie 530 am westlichen Ende nicht mehr die Station Obersdorf anfahren wird, sondern Wolkersdorf ist wohl nicht als Netzerweiterung per se zu erachten, sondern eher als Notwendigkeit. Gerüchte, die in der Region kursieren besagen nämlich, dass die Bahnhaltestelle Obersdorf aufgelassen werden soll.

Die Buslinie 535, die Gänserndorf mit Kollnbrunn verbindet – und dabei Groß Schweinbarth und Bad Pirawarth verbindet, hat mit der restlichen Bahnstrecke nicht wirklich etwas zu tun, da die Linie über Schönkirchen-Reyersdorf geführt wird. Bewohner von Bad Pirawarth haben aber immerhin den Vorteil, in Kollnbrunn teilweise an die Schnellbusse nach Wien angebunden zu werden. Die Buslinie 535 wird allerdings in einem gesonderten Artikel beleuchtet.

Es gibt aber keine Ausweitung nach Gaweinstal (Umsteigezwang) und die restlichen, bereits vor Jahren eingestellten Streckenabschnitte werden auch keine Ersatzbuslinien erhalten, beispielsweise Hohenruppersdorf, Sulz oder gar nach Zistersdorf.

Es handelt sich um ein in sich geschlossenes, kleines Netz aus zwei Linien. Was davon „umfangreich“ sein soll, wurde vom VOR bisher nicht beantwortet.

„modern“

Zugegeben, der folgende Absatz ist Polemik. Aber die Umstellung von Bahnlinien auf Autobusbetrieb ist keinesfalls als „modern“ zu bezeichnen. Mit dieser Politik wurde im Wesentlichen in den späten 1950er-Jahren begonnen und sie setzt sich bis heute fort.

„zukunftsweisend“

Auch hier ein klein Wenig Polemik. Aber das ist das einzige Wort auf dieser Informationstafel, das der Wahrheit entspricht. Bahnlinien auf Busbetrieb umstellen, Verlagerung von der Schiene auf die Straße, das wird uns in Zukunft noch öfter begegnen. So sollen überall im Land Bahnhaltestellen aufgelassen werden und durch parallelen Busverkehr ersetzt werden. Immer mehr Menschen werden somit vom System Bahn ausgeschlossen.

„Die wichtigsten Neuerungen auf einen Blick“

Betriebszeiten, früherer Start? Späteres Ende?

Betriebszeiten: Früherer Start, späteres Ende, mehr Verbindungen untertags

Quelle: Aushang, siehe Foto

Früherer Start?
Studiert man die Fahrpläne der Buslinie 530, so fallen einem die recht frühen Abfahrtszeiten um 4:12 Uhr ab Gänserndorf, bzw. 4:48 Uhr ab Wolkersdorf auf. Allerdings fahren diese Busse entgegen der Lastrichtung. Es gibt keinen Zug aus Wien, der so früh in Gänserndorf oder Wolkersdorf ankommt, somit muss man sich die Frage stellen, wer so früh von Gänserndorf oder Wolkersdorf in die Region fahren will?

In die Lastrichtung, also Richtung Wien, beschränkt sich der Frühere Start zwischen Raggendorf und Wolkersdorf darauf, dass der Bus 10 Minuten früher als der Zug fährt, was allerdings der Tatsache geschuldet ist, dass der Bus auch 10 Minuten mehr Fahrzeit zur Schnellbahn benötigt.

In Matzen und Prottes fährt der erste Bus der Linie 530 in Richtung Gänserndorf überhaupt erst eine halbe Stunde später, als der Zug! Kommt der erste Zug Richtung Gänserndorf in Matzen um 4:55 Uhr, fährt der erste Bus der Linie 530 überhaupt erst um 5:27 Uhr.

Update (11.08.2019): Auf diese Kritik hat man mittlerweile reagiert und vor dem Buskurs 102 noch einen früheren Buskurs 180 eingefügt, der ab Raggendorf über Matzen und Prottes eine halbe Stunde früher nach Gänserndorf fährt, somit fährt auch hier der erste Bus gleichzeitig mit dem ersten Zug. Ein früherer Start ist dies aber auch nicht.

Was bringt ein früherer Start?

Raggendorf – Gänserndorf: Früherer Fahrtbeginn notwendig
Seit der letzten Fahrplanumstellung am Schweinbarther Kreuz ist es für die Bewohner des östlichen Astes (Groß Schweinbarth – Gänserndorf) nicht mehr möglich, um 6 Uhr in der Arbeit zu sein, da der erste Zug rund 20 Minuten später (4:55 Uhr statt 4:34 Uhr) fährt und nicht mehr die zweite S-Bahn des Tages um 4:57 Uhr, sondern den ersten Regionalzug um 5:15 Uhr anbindet. Es gäbe in Gänserndorf sogar eine S-Bahn um 4:27 Uhr, diese wird ebenfalls nicht angebunden. Wenn man also nicht gerade im Norden Wiens arbeitet, ist ein Dienstbeginn um 6 Uhr öffentlich nicht erreichbar. Das wird auch das Buskonzept nicht lösen, es gibt hier schlicht keinen früheren Start.

Raggendorf – Obersdorf (Wolkersdorf): Früherer Start sinnlos
Andererseits hapert es am westlichen Ast nach Obersdorf, bzw. Wolkersdorf daran, dass es hier gar kein Zug gibt, der so Früh in Richtung Wien fährt, also wäre hier ein früherer Start des Busbetriebes sogar sinnlos.

Zusammenfassung: Ja, es gibt einen früheren Start aber jeweils in die falsche Fahrtrichtung, was wohl kaum jemanden Nutzen bringt, warum bewirbt man das?

Späteres Ende?
Während die letzten Züge Richtung Groß Schweinbarth von Obersdorf und Gänserndorf jeweils um 21:18 Uhr abfahren, werden die letzten Busse jeweils um 22:18 Uhr abfahren. Heißt aber immer noch, dass man spätestens um 21:00 Uhr in Wien weg fahren muss, um diesen letzten Bus erreichen zu können. Ein Kino- oder Theaterbesuch in Wien ist damit aber weiterhin ausgeschlossen. Hier wird man erst wieder auf das Auto zurückgreifen müssen. Allerdings werden diese letzten Busse nicht in Groß Schweinbarth enden, wie die Bahn, sondern jeweils bis Wolkersdorf oder Gänserndorf durchfahren, somit hat man auch hier wieder den Linienbetrieb in die entgegengesetzte Lastrichtung. Man kann zwar um 23:00 Uhr nach Wien fahren aber nicht von Wien in die Region!

Zusammenfassung: Ja, es gibt ein späteres Ende, doch erstens wieder in die falsche Fahrtrichtung und zweitens ist die um nur eine Stunde verlängerte Betriebszeit (ab Gänserndorf, ab Wolkersdorf) in der heutigen Zeit einfach ungenügend. Dass das letzte öffentliche Verkehrsmittel um 24:00 Uhr abfährt, sollte mittlerweile Standard sein.

Mehr Verbindungen untertags?
Dies ist ein Punkt, der tatsächlich zutrifft. Wochentags gibt es von Betriebsbeginn bis Betriebsschluss ein durchgehendes 30-Minuten-Intervall, am Wochenende ein durchgehendes Stundenintervall. Doch ist das nutzbar? Wir kommen später darauf zurück.

Neue Verbindungen zusätzlich zu den bestehenden Buslinien?

Stimmt nicht. Es gibt keine neuen Verbindungen. Die Busse folgen größtenteils den Eisenbahnschienen. Es gibt schlicht keine neuen Verbindungen in Orte, die es vorher mit der Bahn nicht auch gegeben hätte. Neu wäre beispielsweise, wenn man direkt über Bockfließ nach Deutsch Wagram fahren könnte. Wenn man Busse statt Bahnen baut, warum folgen diese dann erst den Gleisen? Warum muss man den Umweg über Gänserndorf oder Wolkersdorf nehmen, um nach Wien zu kommen? Dann lieber gleich direkt der Straße folgen und Zeit einsparen.

Zentrale Lage der Bushaltestellen im Ort?

Dies ist ein zweischneidiges Argument, das man auch nicht unbedingt zu 100 % unterschreiben kann. Die Busse befahren ja die Hauptstraßen. Natürlich, für jene Menschen, die an der Hauptstraße wohnen, wird es praktisch sein. Für jene, die in Bahnhofsnähe wohnen, wird es in Zukunft ein weiterer Weg sein. Die Orte sind auch meistens nicht so groß, als dass der Bahnhof für irgendjemanden weiter weg als 1 km wäre. Und für jene Menschen, die doch weiter weg wohnen bringt es den erheblichen Nachteil, dass es häufig keine Parkmöglichkeiten oder Abstellmöglichkeiten für Fahrräder an den Bushaltestellen geben wird, was in der nahen Umgebung eines Bahnhofs aber sehr wohl gegeben ist.

Zentrale Bushaltestellen im Ort versus aufgelassene Bushaltestellen
Gerade erst 2018 hat man im Ortsgebiet von Gänserndorf etliche Bushaltestellen aufgelassen. Lohnende Ziele, wie Einkaufszentren, Einkaufsstraßen, ja sogar Schulen, die Tagesklinik sowie andere medizinische Einrichtungen und Industriegebiete, an denen die Buslinie 530 vorbei fahren wird, werden keine Haltestelle erhalten. Der Bus fährt durch ganz Gänserndorf durch und hat als einzige Haltestelle jene am Bahnhof. Will man ein anderes Ziel erreichen, muss man einen weiten Fußweg auf sich nehmen. Im Gegensatz dazu werden die Bewohner von Gänserndorf zwar mit 74 Bussen pro Tag durch die Wohngegend „beglückt“, können diese jedoch nicht nutzen.

Welcher Logik folgt dies? In die Arbeit nach Wien kann man öffentlich fahren aber zum Einkaufen, für den Arzt braucht man erst wieder ein Auto? Dies ist äußerst unlogisch und unverständlich.

Bessere Umsteigeverbindungen?

Wie beim Punkt „mehr Verbindungen untertags“ angekündigt, werden wir uns hier mit der Aussage der besseren Umsteigeverbindungen in Kombination mit den Verbindungen untertags auseinander setzen.

Raggendorf – Wolkersdorf – Wien
Ja, es stimmt, die Busse werden Montags bis Freitags ein Halbstundenintervall, am Wochenende ein Stundenintervall aufweisen. Wobei das zwischen Bockfließ und Wolkersdorf auch nur bedingt stimmt, da jeder zweite Bus einen Umweg über die Auersthaler Europasiedlung nimmt. Allerdings nur in eine Richtung. Überspitzt formuliert: Die Menschen dort können zwar nach Wien fahren, aber nie mehr nach Hause. Das Halbstundenintervall verschiebt sich somit immer um 2 Minuten. So bieten diese zeitversetzten Busse in Wolkersdorf lediglich 3 Minuten Umstiegszeit auf den Zug nach Wien an.

Bus Wolkersdorf anZug Wolkersdorf ab*
07:0907:17
07:3707:42
08:0908:17
08:3708:42
09:0909:12
09:3709:42
10:0910:12

* Zug nach Wien

Hat der Bus auch nur ganz wenig Verspätung, wird sich das schon nicht mehr ausgehen, geschweige denn, man ist darauf angewiesen, die Aufzüge benützen zu müssen. Diese Züge wird man in der Realität wahrscheinlich nicht erreichen. So werden aus 3 Minuten Umstiegszeit bald einmal 30. Auch sind die Busse – außerhalb der morgendlichen Hauptverkehrszeit – an die langsameren S-Bahn-Züge und nicht an die schnelleren Regionalzüge angebunden.

Wien – Wolkersdorf – Raggendorf
In die Gegenrichtung wird es allerdings äußerst absurd. Bis auf die morgendliche verkürzte Hauptverkehrszeit ist jeder zweite Bus nicht an die Bahn angebunden! Somit wird aus 24 Minuten Fahrzeit zwischen Leopoldau und Bockfließ eine Reise von 52 Minuten!

Vormittags:

Zug in Wolkersdorf an*Bus in Wolkersdorf ab
07:1407:20
07:4007:50
08:1408:20
08:4108:50
09:1409:20
09:2809:50
10:1410:20
10:2810:50
11:1411:20

* Zug aus Wien

Die Züge kommen zur Minute 28 in Wolkersdorf an, die Busse fahren zur Minute 50 ab. 22 Minuten Umstiegszeit! Der nächste Zug aus Wien käme übrigens zur Minute 58 an.

Nachmittags:

Zug in Wolkersdorf an*Bus in Wolkersdorf ab
14:28 (oder 14:49)14:50
15:1415:20
15:3915:50
16:1416:20
16:3916:50
17:1417:20
17:3917:50

* Zug aus Wien

Diese Busverbindungen sind so derartig schlecht, die Fahrzeit viel zu lange, dass sie selbst die VOR-Onlinefahrplanabfrage nicht ausspuckt, sondern auf die Züge des Schweinbarther Kreuzes verweist (Abfrage für den 2.9.2019).

Raggendorf – Gänserndorf – Wien
Hier sieht es außerhalb der Hauptverkehrszeit ähnlich absurd aus:
Bus kommt zur Minute 39 an, S-Bahn nach Wien fährt zur Minute 57 ab. 18 Minuten Wartezeit.

Bus in Gänserndorf anZug in Gänserndorf ab*
07:0907:15
07:3907:45
08:0908:15
08:3908:57
09:0909:15
09:3909:57
10:0910:27
10:3910:57

* Zug nach Wien

Wien – Gänserndorf – Raggendorf
Ähnlich gelagert außerhalb der Hauptverkehrszeiten: Zug kommt zur Minute 02 an, Bus fährt zur Minute 18 ab. 16 Minuten Wartezeit. Dadurch, dass der Bus zur Minute 18 abfährt, wird wieder nicht der Zug aus Marchegg abgewartet, der zur Minute 22 in Gänserndorf ankommt!

Zug aus MarcheggZug aus WienBus ab Gänserndorf
07:2207:1207:18
07:4207:48
08:2208:0208:18
08:3208:48
09:2209:0209:18
09:3209:48
10:2210:0210:18

16 Minuten Wartezeit auf den Bus. Die Fahrzeit Gänserndorf – Matzen beträgt übrigens 9 Minuten mit dem Auto. Das wird niemanden zum Umsteigen animieren.

Wochenende
Sonntags wird das Ganze noch schlimmer: Der Bus fährt nur einmal die Stunde. In Gänserndorf bleibt es ganztägig bei Umstiegszeiten von 16, bzw. 18 Minuten, in Wolkersdorf hat man ganztägig heiße 3 Minuten Zeit, um vom Bus auf den Zug zu wechseln. Bei den erwarteten Verspätungen auf der Straße ein Ding der Unmöglichkeit. Absurd auch die Gegenrichtung: In Wolkersdorf ist nur jeder zweite Bus an den Zug angebunden, das heißt, der Bus fährt zwar jede Stunde, ist jedoch nur alle zwei Stunden nutzbar. Auch für einen Thermenausflug nach Laa an der Thaya ist das Buskonzept ungeeignet. Hat man in Obersdorf von den Zügen aus Laa eine direkte Umsteigsverbindung auf den Zug des Schweinbarther Kreuzes, wird man in Wolkersdorf 21 Minuten auf den Bus warten dürfen.

Zug Gänserndorf an09:0210:0211:0212:02
Bus Gänserndorf ab09:1810:1811:1812:18
Bus Wolkersdorf an10:0911:0912:0913:09
Zug Wolkersdorf ab10:1211:1212:1213:12

Zusammenfassung: Die angekündigten „besseren Umstiegsverbindungen“ entpuppen sich bei näherer Betrachtung als leere Worthülse, die Fahrzeiten für die Gesamtstrecke aus Wien verlängern sich enorm, die Verspätungen auf der Straße werden die Fahrzeiten nochmals um 30 Minuten verlängern. 1,5 Stunden Fahrzeit für ehemals 24 Minuten von Leoplodau nach Bockfließ werden die Fahrgäste bald vertreiben. Und: Durch die teilweise dann doch sehr knapp bemessenen Umstiegszeiten wird der Bus auch keinerlei Verspätungen seitens der ÖBB in Gänserndorf oder Wolkersdorf abwarten können, somit sind lange Wartezeiten an beiden Endbahnhöfen vorprogrammiert.

Neuer zentraler Umsteigeknoten in Raggendorf?

Ähm, ja. Wozu?

„Talentebus“ (Linie 495) verstärkt?

Der Fahrplan der Linie 495 ist derartig ungenügend, folgt keinerlei Takt und die Linie ist nicht lange pro Tag in Betrieb. Selbst der Spar-Supermarkt in der Deutsch Wagramer Bockfließer Straße hat länger offen, als der Bus fährt. Und: Einige Kurse der Linie 495 nach Ausersthal wurden erst vor kurzem gestrichen.

Moderne Dieselbusse werden 170 Tonnen CO² pro Jahr einsparen?

Nachdem mehr als die Hälfte der Busse nicht an die Bahn angebunden sind, wird diese Busse niemand nutzen (können). Eine Einsparung sieht anders aus. Es werden leere Busse durch die Gegend fahren, nah an den Fenstern der Anrainer und für zusätzlichen Lärm sorgen.

Fazit

Der vorgelegte Busfahrplan der Linie 530 ist an Absurdität kaum zu überbieten. Sämtliche Versprechungen der VOR-Publikation entpuppen sich bei näherer Betrachtung als so nicht zutreffend oder nicht nutzbar. Es macht den Anschein, als wäre man von der Streckeneinstellung durch die ÖBB so derartig überrascht worden, dass man in Windeseile einfach nur „irgendeinen“ Fahrplan erstellt hat, ohne den Nutzen für die Fahrgäste zu berücksichtigen. Ein ungenügender Schienenersatzverkehr. Ernst gemeinter öffentlicher Verkehr sieht anders aus.

Stefan Schedl, Matzen 10.08.2019